Naehbusiness als Mama

Eigenes Nähbusiness als Mama

Ein eigenes Nähbusiness als Mama gründen? Lohnt sich das und geht das gut?

Als ich 2012 mein Näh- Business gegründet habe, habe ich mir diese Frage nicht gestellt, da es gar nicht geplant war, mit dieser Tätigkeit anzufangen. Aber mein damaliges Hobby fand so Anklang in meiner Umgebung, dass ich mich bald vor Aufträgen nicht mehr retten konnte. Ich bin sozusagen einfach so hineingefluscht. *lach*

Ich hatte zwar Damenschneiderin als ersten Beruf gelernt und viele Jahre nebenbei Abendkleider für Maturantinnen genäht, aber dennoch war ich nie die Idee gekommen, mich damit selbstständig zu machen. Das änderte sich aber schlagartig, als ich nach der Geburt meines ersten Sohnes nicht mehr so flexibel arbeiten konnte und angefangen habe, Kindersachen zu nähen.

Für mich der wichtigste Punkt…

Für mich der wichtigste Punkt, den ich in den Jahren der Selbstständigkeit gelernt habe – Ich weiss es zu schätzen, was es heißt, dass man zuhause bleiben kann, wenn meine Kinder krank sind, ohne ein schlechtes Gewissen dem Arbeitgeber gegenüber haben zu müssen.

Ich erinnere mich noch gut an eine Situation in meinem früheren Arbeitverhältnis als Augenoptikermeister. Mein älterer Sohn war krank – eine Woche lang. Nach dieser Woche war mein zweiter Sohn eine weitere Woche krank. Ich fehlte somit ganze 4 Tage im Unternehmen meines damaligen Arbeitsgeber. Und obwohl mein damaliger Chef sehr sozial eingestellt war, war das ein Problem. Er äusserte sich mir gegenüber zwar nicht, aber ich spürte das Missfallen der gesamten Geschäftleitung. Das wiederum kränkte mich, denn ich war eine sehr gewissenhafte Angestellte. Natürlich hätte ich die Kinder in die Obhut meiner Mama geben können, aber das wollte ich nicht. Ich wollte für meine Kinder selber da sein. Ohne schlechtem Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber.

Vorteile der Selbstständigkeit

Das geht allerdings nur, wenn man einen Beruf hat, bei dem man sich seine Zeit selber einteilen kann. Ein Weg davon ist, sein Hobby zum Beruf zu machen und in die Selbstständigkeit zu gehen. Selbststängig zu sein, hat aber auch noch andere Vorteile:

  • Du kannst dir die Zeit zum arbeiten selber einteilen.
  • Mama muss sich nicht frei nehmen, wenn ein krankes Kind zuhause hat
  • Es braucht kein zweites Auto um zur Arbeit zu kommen
  • Seine Arbeitszeit den Kindern anpassen ist leicht
  • Du musst nicht pünktlich bei der Arbeit sein, wenn das Kind morgen mal länger braucht für den Abschied im Kindergarten
  • Man muss sein Kind nicht „überreden“ im Kindergarten zu bleiben, wenn es gerade an diesem einen Arbeitstag der Mama einen Mamatag braucht
  • Du bist dein eigener Boss und entscheidet selber wieviel du arbeitest
  • Sei kreativ, wann, wo und wie du es willst
  • Und zu guter Letzt – man steigert damit seine Selbstvertrauen! 🙂

Ich versuchte nach 8 Jahren Selbstständigkeit, durch ein tolles Angebot einer ansässigen Firma, nochmals das Angestellenverhältnis und kann kam zu dem Schluss, dass dies nicht mehr das Richtige für mich war. So toll es war nach Ladenschluss nach Hause zu kommen und das Gefühl zu haben, dass man die Arbeit hinter sich gelassen hat – so belastend war die Situation mit den Krankheitstagen meiner Kinder. Und abschalten konnte ich dennoch nicht. Abends auf der Coach durchsuchte ich sämtliche Sozial Media Kanäle nach neuen Ideen und wurde fast wahnsinnig, da ich diese in der Firma nicht umsetzen konnte. Mein ganzes Potenzial war auf ein Minimum geschrumpft – zumindest fühlte es sich so an.

Fixe Strukturen

Sich wieder anzupassen an fixe Strukturen war für mich zwar nicht schwierig, aber nicht immer so agieren zu dürfen, wie das Gefühl mir sagte, drückte mir eine gewisse Enge auf die Brust.

Mir fehlte die Kreativität die ich als Selbstständige ausleben konnte. Auch das freie Arbeiten. Es gab so oft „tote“ Zeiten in diesem Betrieb, dass ich mich ganz viel gefragt habe „Was mache ich hier?“. Alle Ideen die ich dann entwickelt habe, fanden entweder keinen Anklang oder wurden nicht umgesetzt. Wäre ich selbstständig gewesen, hätte ich diese Zeit für meine Kinder genutzt oder meine Ideen umgesetzt.

Somit habe ich kurzerhand gekündigt und habe mein Nähbusiness wieder aufgenommen. Die beste Entscheidung ever.

Was gibt es zu beachten bei diesem großen Schritt?

Ja es gibt ein paar Dinge zu beachten, wenn man sich als Mama mit einem kreativen Hobby selbstständig macht. Es kann sonst nämlich passieren, dass man ganz schnell überarbeitet und vor einem Burnout steht. Haushalt und Business ganz klar zu trennen, ist die eine wichtige Sache. Zeiten der Entspannung und des Nichts-Tun die andere wichtige Sache.

Wir Mamas nehmen unsere Aufgaben sehr ernst und neigen deshalb sehr dazu, beide Seiten „Business“ und „Familie“ mit derselben Intensität an zu gehen. Das funktioniert aber nicht. Sei dir klar – wenn du ein eigenes Business aufbauen möchtest, brauchst du ein wenig Hilfe oder eine ganz klare Disziplin und Struktur.

Lerne aus meinen Fehlern..

Anfangs habe ich den Fehler gemacht, dass ich die 3 Stunden vormittags, die ich zur Verfügung hatte, nicht richtig eingeteilt habe. So habe ich halt noch „schnell“ den Geschirrspüler ausgeräumt, die Wäsche gemacht oder viele andere kleine Dinge im Haushalt erledigt. Meistens ergaben dann aber diese kleinen Dinge eine große Sache und der halbe Vormittag war vorbei. Und ich war wieder nicht produktiv und musste eine Nachtschicht einlegen. Dies wiederum hatte zur Folge, dass ich am nächsten Tag müde und abgeschlagen war.

Eine lange Zeit hielt ich das durch – doch dann eines Tages war ich es leid immer diese Nachtschichten zu machen und begann mir einen Plan zu machen. Ich teilte für alles eine fixe Zeit ein und setzte Prioritäten:

  • Einkauf einmal nur mit Einkaufliste für die ganze Woche
  • Haushaltsdinge hatten ihre fixen Tag und eine fixe Zeit
  • fixe Businesszeiten wurden festgelegt und eingehalten
  • Termine wurden alle immer zusammengelegt
  • Aufträge wurden terminisiert
  • Fixe Abholzeiten wurden festgelegt

Und siehe da – es funktionierte und ich konnte endlich mit meinen Nachtschichten aufhören. Ich war ausgeschlafen und hatte mehr Energie. Ausserdem war komischerweise mein Haus besser aufgeräumt und die Aufträge schneller erledigt. Aber es benötigte von mir eine enorme Disziplin und ich konnte nicht so ganz nach meinem Befinden arbeiten. Aber nachdem ich das einige Zeit machte, ging es von ganz alleine und ich konnte die Vorteile klar sehen.

Fazit:

Als Mama ein Business aufzubauen ist die schönste Nebenbeschäftigung die man haben kann. Es öffnet das Herz und man wächst mir jeder Aufgabe. Man hat Zeit für die Kinder und arbeitet so wie es die Zeit zulässt. Mal mehr und mal weniger. Da muss jeder für sich sein Rezept herausfinden. Und das Schönste – die Kinder wachsen mit einem mit. 🙂 Meine Kinder erleben wie ihre Mama Tag für Tage Dinge selbst kreiert und glücklich mit ihrer Arbeit ist. Meine Kinder erzählen immer voller Stolz – das hat meine Mama gemacht! Gibt es ein größeres Kompliment als strahlende Kinderaugen?

Wie sieht es nun bei dir aus? Möchtest auch du dich mit deinem Hobby selbstständig machen? Oder hast du Angst davor, weil das unbekanntes Terrian für dich ist?

Dann lade ich dich hiermit ein in meine Nähbusiness Gruppe zu kommen – dort findest du alle möglichen Tipps und Themen rund um das Gründen eines Nähbusiness.

Dann habe ich hier noch eine kleine Überraschung für dich.

Unter diesem Link findest du eine Checkliste, welche Schritte notwendig sind, um dein Unternehmen neben den Kinder sicher und entspannt gründen zu können.

Eure Simone

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